Auf Nachfrage der amerikanischen Regulierungsbehörde FCC, die auch für den Telekommunikationsbereich zuständig ist, teilte Apple mit, dass das von Google bereits im Juni zur Prüfung eingereichte App Google Voice nicht wie bisher in den Medien behauptet generell abgelehnt wurde, sondern die Gründe für die bisherige Nicht-Zulassung im AppStore in anderen Bereichen liegen, die jedoch noch immer geprüft würden.
Vor allem die Tatsache, dass das Programm die eigenen iPhone Funktionen und dessen Nutzeroberfläche verändert sorgen bisher dafür, dass die Anwendung noch nicht im Appstore verfügbar ist. Diese Aussage untermauerte Apple mit verschiedenen Beispielen wie der Tatsache, dass von dem Programm bei der Installation die eigenen SMS- und Visual-Voicemail-Funktionen des iPhones ersetzt würde, um den Dienst für die iPhone-Besitzer nutzbar zu machen. Zudem überträgt Google Voice nach Angaben der Apple-Tester die gesamte, im iPhone gespeicherte Kontaktliste der Nutzer an einen Google-Server, worin der Hersteller ein Datenschutzproblem sieht. Man habe Google deshalb aufgefordert, zuzusichern, dass diese Daten lediglich „in angemessener Weise“ verwendet werden, was bisher jedoch noch nicht geschehen sei.
Die Vermutung, auch der amerikanische Vertriebspartner für das iPhone, AT&T sei in der Entscheidung das App vorerst nicht zuzulassen involviert gewesen, wies der Hersteller jedoch zurück. Dieser wurde nach Angaben Apples weder für eine Entscheidungsfindung kontaktiert, noch sehen die Verträge einen Ausschluss solcher Anwendungen vor. Lediglich Apps, die VoIP-Dienste ermöglichen, und hierzu eine Verbindung über das Datennetz des Anbieters aufbauen seien in den Verträgen mit AT&T ausgeschlossen. Dies sei jedoch nicht Grundlage von Googles Voice.
Google Voice ist ein Angebot des Suchmaschinenbetreibers, welches dem Nutzer eine eigene Google-Telefonnummer zuteilt, welche dieser an seine Kontakte weitergibt. Wird die Nummer angewählt, so sorgt das Programm dafür, dass alle Telefone des Nutzers gleichzeitig klingeln, um diesem die Möglichkeit zu geben, jederzeit erreichbar zu sein. Gleichzeitig stellt Google mit „Google Voice“ auch eine eigene Mailbox zur Verfügung, die umgeleitete oder nicht angenommene Anrufe zentral aufzeichnet, um den Nutzern das Abhören verschiedener Anrufbeantworter zu ersparen.
Gleichzeitig wies Apple in seinem Schreiben an die FCC auch darauf hin, dass derzeit rund 8500 Apps monatlich an die, für die Prüfung der Anwendungen zuständige, Abteilung eingereicht werden, für welche lediglich ein Team von 40 Mitarbeitern verantwortlich sei. Dass die genaue Prüfung eines so aufwändigen Dienstes deshalb eine gewisse Zeit in Anspruch nehme sei vor diesem Hintergrund nicht verwunderlich.
Ob und wann Google Voice jedoch im AppStore verfügbar sein wird, ist derzeit noch immer unklar.
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